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Auszeichnung zum Denkmal des Monats in Kyritz

Kyritz, den 21.01.2019

Am Mittwoch, 30. Januar, wird um 14 Uhr das Haus Maxim-Gorki-Straße 26 in Kyritz als „Denkmal des Monats“ der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg ausgezeichnet.

 

Im Jahr 2019 schaut die Arbeitsgemeinschaft unter dem Motto „Stadtwärts! Zu Gast in der Mark“ auf jene historische Stadtkerne und Denkmale, die Orte der Gastfreundschaft, Orte der Mobilität und Orte der Kommunikation darstellen. Anlass dafür ist das 200. Geburtsjubiläum Theodor Fontanes, welches dazu anregt, sich auf Wanderung durch die Mark Brandenburg zu begeben.

 

Das gegenüber dem Rathaus an der Maxim-Gorki-Straße, Ecke Stadtgasse stehende Gebäude zählt zu den stadtcharakteristischen Häusern von Kyritz. Das um 1800 errichtete Haus war ursprünglich ein Fachwerkhaus, was am fachwerksichtigen Giebel zur Stadtgasse sowie der Hoffassade noch erkennbar ist. Die Straßenfassade ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als massive Wand erneuert worden.

 

Zur Auszeichnungsveranstaltung erläutert der Eigentümer Ronald Zoom die Sanierungsarbeiten in den Jahren 2008/09. Alte Bilddokumente werden im Flur des Hauses präsentiert. An einer nostalgischen Feuerstelle können sich die Gäste bei heißem Winterapfel und Gebäck aufwärmen. Zudem können sich die Besucher auf Zeitreise durch die Geschichte des Postwesens begeben. Denn die heutige Maxim-Gorki-Straße 26 war in der Postkutschenzeit - vermutlich vor genau 200 Jahren - wichtigster Anlaufpunkt für Reisende, die durch Kyritz kamen, vorrangig auf der Strecke Hamburg–Berlin.

 

Das Postwesen in Kyritz reicht jedoch weiter in die Vergangenheit zurück. Im Jahr 1654 wurde durch kurfürstliches Dekret die Einrichtung einer ständigen Postroute verfügt und bereits vier Jahre zuvor entstand in der Stadt die erste Poststation. Die früheste nachweisbare Adresse einer Poststation in der Stadt war das Grundstück an der heutigen Johann-Sebastian-Bach-Straße / Ecke Lazarettstraße.

 

Die Poststationen waren sehr einheitlich gestaltet. Als wesentliche Aufgabe galt der Wechsel der Pferde für die Postkutschen.  Die Poststationen mussten daher ausreichende Stallungen für das Halten und Versorgen der Pferde vorhalten. Im Obergeschoss waren die Übernachtungsmöglichkeiten und unten befanden sich auf der einen Seite die geräumige Gaststube und auf der anderen Seite das Zimmer für den Postmeister und den Postschreiber. Zudem hatte die alte Kyritzer Post sechs Postillone. Das kurfürstliche Dekret regelte auch, dass keiner der Reisenden ein Privatquartier nutzen durfte, sondern in der Poststation zu nächtigen hatte. Auch das Angebot für Frühstück, Mittag- und Nachtmahl war vorgegeben.

 

Nachdem die Kyritzer Garnison nach der Niederlage gegen Napoleon 1806 aufgelöst wurde, verlegte man die Post 1807 in das frei gewordene Kommandeurshaus - heute Maxim-Gorki-Straße 38 -, um dieses nicht den einziehenden Franzosen zu überlassen.

 

Als Kyritz auf Anordnung des damaligen preußischen Königs 1817 Kreisstadt des Neukreises Ostprignitz wurde, verlagerte man die Poststation sechs Häuser weiter in das Gebäude des Rittmeisters a.D. von Ehrenberg in der Friedrichstraße 19 - heute Maxim-Gorki-Straße 26.

 

In der Zeit, als die Poststation sich in diesem Haus befand, musste der bedeutende niederdeutsche Dichter Fritz Reuter (1810 – 1874) im Juni 1839 als Strafgefangener auf seiner Überführung vom Gefängnis Müncheberg zur mecklenburgischen Festung Dömitz für eine Nacht hier Quartier beziehen.

 

Das Gebäude stand Anfang der 2000er Jahre einige Zeit leer bis es von einem Ortsansässigen erworben wurde und nach Abstimmung mit Stadt und Sanierungsträger im Rahmen der Städtebauförderung in den Jahren 2008/09 erneuert wurde. Der neue Eigentümer, selbst im Bau- und Immobiliengeschäft tätig, war für eine stadtbildgerechte Erneuerung des Gebäudes zu gewinnen, wobei ihm Dachausbau und die Anbringung von Balkonen auf der Hofseite zugestanden wurde. Damit konnte das stadtbild-prägende Gebäude wieder einer Nutzung mit fünf Wohnungen zugeführt werden und bildete damit einen Beitrag zur Stärkung der Wohnfunktion in der Altstadt.

 

Das Gebäude wurde grundhaft saniert, neben der Erneuerung von Dach, Fassade und Fenster wurde die markante Eingangstür einschließlich der Pilasterrahmung aufgearbeitet, sowie die gesamte Fachwerkkonstruktion instandgesetzt. Teilweise mussten die Balkenköpfe der Holzbalkendecke instandgesetzt werden und außerhalb der Förderung erfolgte der Dachgeschossausbau. Bei Gesamtbaukosten von 187.600 Euro wurde die Maßnahme mit 61.600 Euro Fördermitteln aus dem Bund-Land-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz unterstützt.

 

Mit der Sanierung des Hauses wurde ein prägnantes und wichtiges Gebäude der Altstadt an einem auch städtebaulich wichtigen Standort aufgewertet und in Nutzung gebracht. Es leistet somit auch einen Beitrag zur Belebung der Innenstadt von Kyritz. Dies wird nun mit der Auszeichnung „Denkmal des Monats“ gewürdigt.

 

Zum Thema „Post“ können sich Interessierte eine Folgeveranstaltung am 25. Mai vormerken. Dann heißt es um 14 Uhr in der Johann-Sebastian-Bach-Straße 6: "Der Postillion zur Abfahrt blies" - ein musikalisches-literarischen Augenzwinkern zur preußischen Postgeschichte. Die musikalische Gestaltung übernehmen die Potsdamer Turmbläser. Die Stadt Kyritz und der Historische Heimatverein der Ostprignitz e.V. laden dazu bereits jetzt herzlich ein.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Auszeichnung zum Denkmal des Monats in Kyritz